Karsten & Nancy
entzündete diese Kerze am 29. April 2026 um 20.40 Uhr
Wir nehmen Abschied von Uschi.
Als Nachkriegskind, erlebte Sie das Wirtschaftswunder. Sie war die erste von sieben Geschwistern – und damit jemand der früh, Verantwortung übernehmen musste. Diese Verantwortung hat sie geprägt. Sie hat sie getragen – selbstverständlich, stark und ohne viel Aufhebens.
Wer war sie?
Sie war vieles.
Sie war Ehefrau – über viele Jahrzehnte an der Seite ihres Mannes Rudi.
Sie war Mutter, Schwiegermutter und Oma –mit Klarheit und mit einem wachen Blick für das, was wirklich wichtig ist.
Sie war Schwester, Schwägerin und Freundin – jemand, auf den man sich verlassen konnte.
Sie hat viel gemeistert im Leben.
Mit einer Stärke, die nicht laut war, aber immer da.
Sie wusste, was gut ist im Leben:
Ein gutes Essen, ein Glas Rotwein – und die schönen Dinge wie ihre geliebten Orchideen.
Feste wurden gefeiert, so wie sie fallen – und manchmal auch vorsorglich. Ihren 75. Namenstag hat sie lieber schon im Voraus gefeiert.
Selbst in schweren Zeiten blieb sie sich treu.
Im Hospiz, geschwächt von der Krankheit, hat sie sich nicht aufgegeben.
Sie ließ sich die Nägel lackieren – und selbst als die Haare abrasiert wurden, hat sie das mit Stolz getragen.
Sie wollte sich zeigen, wie sie war: gepflegt, aufrecht, mit Würde, nur das Rauchen war ihr zuletzt vergönnt.
Noch dort hat sie das Leben gefeiert:
Mit Rudi ihren 56. Hochzeitstag.
Zu Ostern lud sie ihre Liebsten ein – zu gutem Essen, zu Sekt und Wein, auch wenn dieser alkoholfrei war.
Das Zusammensein war das, was zählte.
In den letzten Wochen genoss sie, wann immer es möglich war, die Sonne.
Ihre innere Uhr war zuverlässig: Zu Kaffee und Kuchen war sie immer die Erste.
Sie hatte den Überblick – immer.
Die Preise im Kopf, die Finanzen im Griff – ein kleiner Sparfuchs mit einem besonderen Talent dafür.
Und sie hatte eine klare Meinung. Direkt, ehrlich, manchmal streng – aber immer mit Herz gemeint.
Zwei Söhne hat sie gemeinsam mit Rudi ins Leben begleitet.
Sie hat ihnen Werte mitgegeben, Halt gegeben und ihnen den Weg gezeigt.
Und vielleicht beschreibt ein Satz sie ganz gut:
„Ich weiß, du hast Recht – aber meine Meinung gefällt mir besser.“
Das sagt so viel über sie:
Über ihre Standhaftigkeit, ihren Humor und ihre ganz eigene Art.
Wir nehmen Abschied –
von einer starken Frau,
von einem Menschen, der Spuren hinterlässt,
in unseren Erinnerungen, in unserem Herzen.
Und wir sind dankbar für die Zeit mit ihr.